
13. Wirtschaftsgespräch – Edelburg am 17. Juli 2010
Begrüßungsansprache Vorsitzender der WIN, Herr Dr. Sigurd Pütter
Sehr geehrter Herr de Becker-Remy,
meine sehr verehrten Damen, sehr geehrte Herren,
mit großer Freude nehmen wir teil an dem nunmehr 13. Wirtschafts- und Burggespräch auf Schloß Edelburg.
Eine wunderschöne Schloß- und Parklandschaft bildet einen anspruchsvollen Rahmen für ein hochkarätiges Reitturnier in Hemer, der Stadt der Landesgartenschau, der Stadt im Mittelpunkt des Städtenetzes Balve, Hemer, Iserlohn und Menden.
Herr BM Michael Esken, Sie haben mit Ihrer Mannschaft Herausragendes geleistet und unserer Region Glanz verliehen. Wir begleiten die weiteren Monate mit Freude und Anerkennung, wir sind alle ein bisschen stolz.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
lassen Sie mich einige – wenige – Themen ansprechen, die uns von WIN in den vergangenen Monaten beschäftigt haben, die aber auch in die Zukunft fortwirken:
1.
Die inzwischen „sagenumwobene“ A46
Allem Anschein nach wird die neue „Rot-Grüne“ Landesregierung dieses so dringende und notwendige Projekt für das Sauerland/Südwestfalen, aber auch für die Anwohner in unserer nächsten Umgebung von Hemer bis nach Neheim auf „Null“ zurückfahren. Dann sind wir genau an der Stelle, wo wir vor 40 Jahren standen.
Alle Arbeit und alle Aufwendungen von Zeit und Geld wären dann ergebnislos und damit sinnlos.
Allerdings hat es auch die Koalition aus CDU und FDP in NRW nicht vermocht, den Lückenschluss der A46 einer Lösung zuzuführen.
Das Ganze ist ein trauriges Schauspiel von Bürokratismus und entscheidungsschwacher – oder gar entscheidungsunfähiger Politik.
Die Wirtschaft erholt sich dank ungeheurer Anstrengungen, aber was leistet die Politik?
Warten wir ab, wie es weitergeht !!
2.
Ein zweites Thema, welches für unsere Kommunen von existenzieller Bedeutung ist und dem wir uns von WIN nachhaltig und unermüdlich widmen, sind die „Kommunalen Haushalte und Finanzen“.
Vor einigen Tagen bestätigte der BM einer Stadt des Städtenetzes, seine Stadt trage eine aktuelle Verschuldung von 130 Millionen EURO. Und erklärte auf Anfrage, jeden Tag kommen 70.000,00 EURO hinzu.
Es tut mir leid, Ihnen ein solches Szenario anbieten zu müssen. Aber, zu einem Wirtschaftsgespräch gehört es wohl auch, „Klartext“ zu reden.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
nach „Adam Riese“ kommen in dieser Stadt nämlich pro Jahr – bei einer Neuverschuldung von 70.000,000 EURO pro Tag – ca.25 Millionen an Schulden hinzu. Das sind zusätzlich zu den bestehenden 130 Millionen in 5 Jahren noch einmal ca. 125 Millionen EURO:
Summa summarum also ca. 250 Millionen und die Spirale dreht sich weiter.
Wer verantwortet diese Schuldenlast vor den Nachfolgegenerationen?
Was ist zu tun?
A) Alle Aufgaben müssen auf Einsparungen überprüft werden.
B) Welche Synergieeffekte ergeben sich durch gemeinsame Aufgabenwahrnehmung im Städtenetz?
Hier möchte ich mir eine Anmerkung erlauben:
Die Energie AG Iserlohn – Menden liegt danieder.
Es wird sehr schwierig sein, im Städtenetz gleichwohl zu Kooperationen zu gelangen. Der Streit hat Wunden geschlagen und Frust verursacht.
Allerdings:
Die Bürgermeister haben sich verständigt solche Kooperationen auszuloten und trotz des Schicksals der Energie AG neue Wege zur Zusammenarbeit und zur Kostenersparnis zu suchen und zu finden.
Das ist ein positives Signal und verdient Anerkennung.
Gleichwohl:
Eine Sanierung der „Kommunalen Finanzen“ ist nicht darzustellen ohne ganz einschneidende Einsparungen beim Personal.
Diese Forderung wird immer entschiedener erhoben und war noch vor ein paar Tagen Thema in der Presse.
Gleichzeitig wurde in der WP, aber auch in anderen Medien die Notwendigkeit von Zusammenschlüssen „kleinerer Kommunen“ gefordert.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich will kein unbescheidener Besserwisser sein, aber genau diese Forderungen erhebt WIN seit der Gründungsphase im Jahr 1998.
3.
Beenden möchte ich meine Ausführungen mit zwei erfreulichen Ausblicken.
3.1 Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Unternehmern und Wirtschaft auf der einen sowie den Umwelt- und Naturschutzverbänden auf der anderen Seite hat sich äußerst positiv entwickelt.
Auch das Thema des diesjährigen Campus-Symposiums „Green Business“ liegt exakt auf dieser Ebene.
Und auch im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung heißt es:
„Der Dialog Wirtschaft und Umwelt“ soll im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie neu ausgerichtet werden und als tatsächlicher Dialog zwischen Umweltverbänden sowie Wirtschaft und Gewerkschaften geführt werden“.
Hoffen wir, dass bei diesem Programm die berechtigten Interessen der Unternehmen und der Wirtschaft angemessene Berücksichtigung finden.
3.2 Zweitens hat sich WIN gemeinsam mit der SIHK, dem Arbeitgeberverband, der Stadt Iserlohn und den Gymnasien und Hauptschulen engagiert für ein besseres Informationsverständnis zwischen Wirtschaft und Schule:
Das Projekt „Quantensprung“ – Federführung bei der Stadt Iserlohn - bemüht sich, Hauptschulabsolventen mit dem Einstieg in das Berufsleben vertraut zu machen.
Ein oft frustrierendes Vorhaben, aber eminent wichtig, um die Hauptschüler in einen Beruf und in Arbeit zu bringen.
Die Management AG spricht Gymnasiasten der Klassenstufe „12“ an und informiert sie über Chancen in der Berufswelt in Südwestfalen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
wir befinden uns auf einem sehr anspruchsvollen Weg, der noch sehr weit führt.
Aber mit Entschlossenheit, Mut und unternehmerischer Kompetenz wollen wir helfen, die Zukunft mitzugestalten.
Wir möchten eine lebens- und liebenswerte Heimat gestalten und hinterlassen !!!.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit!
Foto: mit freundlicher Unterstützung des Stadtspiegels Iserlohn